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Wanderung auf den Spuren von Thomas Widmer Anmerkungen zu unserer Wanderung *)
Link zum Eigenthal auf der Karte! Wie eine Wähe fast zum Wanderhöhepunkt wurde Wie kleinräumig und feinräumig dieses Schweizlein doch ist! Kürzlich nahmen wir an einem Föhnsamstag in Malters das Postauto hinauf ins 300 Meter höher platzierte Schwarzenberg. Bei aller Agglo-Nähe lebt man dort oben völlig losgelöst, schwelgt im Grünen, ist ganz für sich. Die wenigsten Nicht-Luzerner dürften das abgetrennte Dorf kennen – auch für mich war es eine Entdeckung. In Schwarzenberg begann eine bemerkenswerte Unter-nehmung: Wir waren zu neunt. Von der Bus-Endstation Schwarzenberg-Lifelen peilten wir Eigenthal an, und zwar in der Langvariante (eine Stunde, 10 Minuten). Sie führte grossteils durch einen Forst, der sich Schrebergartenhaus-hohe Findlinge durch beharrliche Bemoosung anverwandelt hat. Bald erreichten wir Eigenthal, den apart gelegenen Ortsteil Schwarzenbergs. Wir kehrten im Eigenthalerhof ein. Auf der Terrasse genossen wir die nahe Pilatuskette und assen eine Apfelwähe. Nein, so lapidar geht das nicht! Die Apfelwähe von Eigenthal will gefeiert sein. Theoretisch ein banales Dessertobjekt, war sie in diesem Fall mit äusserster Liebe und Kompetenz bereitet worden. Der Boden: knackig, knusprig, noch lauwarm. Die geraffelten Äpfel: das Gegenteil von ins Bräunliche wegoxidiert, weder fad noch sauer und schon gar nicht mit durchsichtiger Schluder-Schwabbel-Grusel-Gelee überdeckt. Der Schlagrahm: frisch, frisch, frisch und löblich grosszügig bemessen. Schliesslich der Nussguss: süssfeuchte Poesie, ein Kuss in essbarer Form.
Die Wähe hatte das Zeug, zum Höhepunkt unserer Inaugurationswanderung zu werden. Die Konkurrenz an Attraktionen war aber doch zu gross. Nur schon das Eigental selber, diese von einem Gletscher geformte, acht Kilometer lange voralpine Kammer. Das Eigental ist ein Naturparadies. Hat jemand eine Lebenskrise, so ist es der geeignete Rückzugs- und Erholungsort. Wir eroberten uns die Vogelperspektive auf das Tal, indem wir, vorbei an einem schwer bewachten Militärstützpunkt, dann an einer Marienkapelle,
hinauf zum Chräigütsch zogen. Dort wendeten wir spitzwinklig und strebten die aussichtsreiche Würzenegg an.
Nun ging es zurück in die Welt. Hinab Richtung Grossluzern. Wir sahen Kriens, eine Ecke Luzerns, ein Stücklein Vierwaldstättersee. Wir lugten aber auch zur Rigi hinüber und weit Richtung Beromünster.
Und nach einiger Zeit kam die Wallfahrtskirche von Hergiswald mit ihren roten Turmspitzen in Sicht. Die frühbarocke Anlage, inwendig mit irrer Opulenz dekoriert und möbliert, entstand in mehreren Ausbauetappen in der Nähe jenes überhängenden Felsens, unter dem der Kartäuser- Laienbruder Hans Wagner sich 1489 als Eremit niederliess. Das Gnadenbild der Schwarzen Madonna in der Kirche muss man gesehen haben. Das Gleiche gilt auch für die berühmte Decke, ein hölzernes, doch elegant schwebendes Himmelszelt aus 324 bunten Einzelbildern, die an Jasskarten erinnern. Jedes Emblem handelt von Maria. Da ist zum Beispiel eine Hand, die an einer Brennnessel reisst. «Ihr werdet mich nicht verletzen », steht daneben auf Lateinisch. Das spielt an auf die Jungfräulichkeit und Sündlosigkeit der Maria. |
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| Hergiswald, Fotos GE |
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Nach der geballten Gegenreformation gelüstete es uns nun umso mehr nach weltlichen Freuden. Vor der Wirtschaft gleich neben der Kirche setzten wir uns in die Sonne, bestellten Dinge wie garnierten Wurstsalat und Bier, wurden von der Frühlingswärme eingelullt und traten die Rückfahrt nach Zürich in voller Balance von Körper und Seele an.
TA-Redaktor Thomas Widmer *) Anmerkungen: Bei dieser leichten, kurzen Wanderung nehmen wir es sehr gemütlich! Von der Qualität der hochgelobten Apfelwähe im Restaurant Eigenthal habe ich mich selber überzeugt. Sie ist wirklich ein Genuss. Da wir zur Mittagszeit dort eintreffen und die herrliche Terasse mit Blick auf den Pilatus zum Verweilen einlädt, werden wir dort das Mittagesen einnehmen. Wer will kann die Apfelwähe probieren. Sie ist vorbestellt! Eine weitere Pause gibt es nach ca. 40 Minuten auf der Würzenegg, dem höchsten Punkt unserer Wanderung mit Nahsicht auf den Pilatus und Fernsicht soweit das Auge reicht. Hier wäre Gelegenheit für eine Verpflegung aus dem Rucksack. Nach einem kurzen Abstieg (50 Minuten) sind wir schon in Hergiswald. Zum Abschluss der Wanderung - nach Besichtigung der erstaunlichen Wallfahrtskirche (siehe Fotos) - genehmigen wir uns noch ein Etappenbier, bis uns der Bus nach Luzern zurück bringt. |