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Gräfin Hildegard von Büren, sie stammt aus Eguisheim, holte 1087, als Sühne für einen Mord, den ihr Sohn Friedrich begangen hatte, die Benediktinermönche aus dem südfranzösischen Conques nach Sélestat (Schlettstadt).
Die Mönche gründeten hier eine Filiale ihres Mutterklosters und liessen eine Kirche errichten, die der heiligen Fides (Sainte Foy) geweiht wurde. Die dreischiffige Basilika gehört zu den schönsten romanischen Gotteshäusern des Elsass, auch wenn sie während der Jahrhunderte sowohl an der Fassade als auch im Innenraum mehrmals ergänzt und verändert wurde. Im 17. Jahrhundert wurde die Kirche barockisiert. Ende des 19. Jahrhunderts versuchte man mit wenig Erfolg, das ursprüngliche Aussehen der Kirche mit stilreinigenden Restaurierungen wiederherzustellen. Dabei wurden auch die Westtürme "vollendet". Nur wenige Meter von Sainte Foy erhebt sich die zweite berühmte Kirche von Sélestat, das Münster St-Georges, das zu den größten gotischen Kirchen im Lande gehört. Beim Einbau einer Fußbodenheizung wurde unter dem Chor eine Rotunde von 22 Metern Durchmesser entdeckt - vermutlich Überreste der ehemaligen karolingischen Palastkapelle, in der Karl der Große das Weihnachtsfest feierte. Sehenswert sind die Glasfenster (1430 bis 1460) mit Motiven aus Heiligenlegenden und die skulpturenreiche Renaissance-Kanzel aus Stein, die von einer Samsonfigur gehalten wird. Im Vorraum des Museums "Bibliotheque Humaniste" ist die Büste einer jüngeren Frau ausgestellt, deren vornehm-ernstes Antlitz eine geheimnisvolle Anziehungskraft besitzt. Es ist das authentische Totenbild einer adeligen Dame aus romanischer Zeit. 1890 stieß man bei Renovierungsarbeiten in der Krypta der Kirche Sainte Foy auf diese Totenmaske. Vermutlich war die junge Frau an der Pest gestorben, und aus Angst vor Ansteckung wurde die Tote in Kalk gegossen. So blieb das Bild eines Menschen, der vor mehr als 800 Jahren lebte, bis in unsere Zeit erhalten. Die Identität der Schönen ist nicht restlos geklärt. Historiker vermuten, dass es sich um Adelheid, die Tochter Hildegards von Büren, handelt.
Sainte Foy |
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geschichtlicher Hinweis: Hildegard von Eguisheim (nach
ihrer Heirat: Hildegard von Bühren) war eine Stiefnichte Kaisers
Konrad II. und ihre Abstammung geht väterlicherseits auf Kaiser Otto II.
zurück; ihr Onkel war Papst Leo IX. Hildegards Sohn Friedrich (der Alte) wird vom Kaiser Heinrich IV. als Dank für seine Unterstützung beim Bussgang nach Canossa mit dem Herzogtum Schwaben belehnt und mit seiner Tochter Agnes verheiratet. Er begründet das Geschlecht der Staufer. Sein Sohn Friedrich (der Einäugige) ist Vater von Friedrich Barbarossa. |
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Links zur Romanik im Elsass Links zur heiligen Fides und den Orten ihrer Verehrung |
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