Zeitig am Morgen brechen wir auf. Da es Frühstück erst um 08:30 gibt, eben ohne Frühstück. So einfach ist es nicht, aus der Stadt herauszufinden. Nach ein paar Irrfahrten klappt es, und entlang der Unstrut sind wir auf dem Weg nach Naumburg. Dort mündet die Unstrut in die Saale. Die Stadt liegt auf einem Hügel, der erst erklommen werden will.

Naumburg ist eine reizvolle Stadt mit einem schönen Marktplatz und vielen alten Häusern. Wir fahren zum Marientor, durch das die Pilger in die Stadt kommen und sehen so die ganze Stadt.

Hier wo sich sich bereits im Mittelalter zwei wichtige Handelsstraßen kreuzten, beschlossen die Markgrafen von Meißen den Bau einer Burg. Schon wenige Jahre später, 1028, wurde der Bischofssitz von Zeitz hierher verlegt. Bald darauf begann der Bau des Doms St. Peter und Paul. Der vor dem Jahre 1044 geweihte Kirchenbau machte im Laufe seiner Geschichte viele architektonische Änderungen durch und heute vereint er gekonnt Elemente der Spätromanik sowie der Früh- und Hochgotik.

Durch das Marientor betritt der Pilger die Stadt Naumburg.

Weg vom Marientor in die Stadt

Am wunderschönen Hauptplatz sitzen wir in einem Restaurant in der Sonne und geniessen  das Frühstück.

Dom zu Naumburg mit Kreuzgang

Wir besichtigen die Kathedrale. Beeindruckend sind die ausdruckstarken Figuren im Chor – wie das Stifterehepaar Ekkehard und Uta - und die dargestellten Szenen im Lettner. Im Bild links der Kreuzgang mit einem Teil der Kirche.

Das Stifterehepar Ekkehard und Uta

Stifterehepaar Ekkehard und Uta im Naumburger Dom

Kreuzgang

Wir verlassen Naumburg und folgen dem Saale Radweg.

Erst vor Oberreissen stossen wir wieder auf den Jakobsweg, der hier auf diese breite Nebenstrasse einschwenkt.

In Oberreissen finden wir eine ‚Santiago-Plastik’ und einen Hinweis, wo man den Pilgerstempel erhält. Bei einer freundlichen Dame holen wir uns den Stempel und füllen auch die Wasservorräte wieder auf.

Weiter geht es am Pilgerweg, der immer schmäler wird und über einen Hügel führt. Links und rechts sind hunderte von Apfelbäumen und tausende Äpfel liegen am Boden. Wir probieren einige, die meisten sind sauer.

Ab Butterstedt ist der Pilgerweg gleich dem Radweg und es geht von einem Dörfchen zum anderen. Als der Pilgerweg wieder zur Schotterpiste wird, nehmen wir die Strasse und fahren auf direktem Weg bis Erfurt.

Erfurt kenne ich ja schon gut, und ich finde den kürzesten Weg zum Augustinerkloster, wo wir uns angemeldet haben.

Der Empfang ist wie in einem Hotel und nicht, wie ich ihn in einem Kloster erwartet habe. Leider sind wir auch nur Pilger zweiter Kategorie und erhalten kein Gästezimmer mit Dusche – weil schon besetzt – sondern werden in der Pilgerunterkunft im feuchten Keller untergebracht. Es gibt dort keine Dusche, also müssen wir uns beim Waschbecken so gut es geht waschen.

 

Hier stehe ich am Hof vor der Gästeunterkunft. Die Pilgerzimmer erreicht man im Durchgang links. Dort führt eine Treppe in den Keller.

Zu Fuss machen wir einen Spaziergang durch die Stadt und finden ein nettes Lokal, wo wir im Garten das Abendessen – Sauerbraten und Thüringer Klösse – einnehmen.

   Predigerkirche Erfurt, Predigerkirche Innen

Zurück im Kloster schlüpf ich in meinen Schlafsack und schlafe wunderbar.

Dom und Severinkirche in Erfurt

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