
|
Leider gab es in der Schweinfurter Pilgerherbere 'Löwenzahn' kein Frühstück (Anm.: ab Mitte 2009 gibt es eine Frühstücksecke). So verlasse ich am etwas trüben Morgen die Herberge und fahre ins Stadtzentrum. Dort finde ich ein Café für die morgendliche Stärkung. Bald scheint wieder die Sonne und der Tag wird freundlich. Unterwegs ernähre ich mich von Äpfeln und einigen Zwetschgen, die es in jeder Menge entlang der Radwege gibt. |
|
|
|
Der Main-Werra Radweg bringt mich nach Rimpar. |
|
|
Schloss Grumbach |
|
In Rimpar steht auch ein kleines Schloss. Jakobsweg und Radweg folgen jetzt dem kleinen Flüsschen Pleichbach nach Würzburg. In Würzburg besichtige ich die Marienkirche, den Kiliansdom und die barocke Kirche Neumünster mit dem Grabmahl des heiligen Kilians. Mit dem Rad fahre ich zur Residenz. Das Schloss imponiert mir mächtig. Im Rahmen einer Führung sehe ich das berühmte Treppenhaus mit Fresken von Tiepolo. Über die alte Brücke fahre ich über den Main, lasse das Rad stehen und steige hinauf zur Marienfestung. Auf halber Höhe gibt es bereits einen wunderschönen Blick auf die Stadt. |
|
|
|
Erste Orientierungsfahrt in Würzburg |
|
|
Die Kirche des Neumünster Stifts (ursprünglich eine romanische Basilika des 11. Jahrhunderts) wurde über der Grabstätte des Hl. Kilian und seiner Gefährten errichtet, die hier als Missionare im Jahre 689 ermordet wurden. 1250 wurde nach einer weitgehenden Umgestaltung der achteckige Glocken- turm angefügt, 1614 wurde die Kirche eingewölbt. Nach dem Abbruch der Westpartie 1711 entstanden der barocke Kuppelbau und die konkave Fassade aus rotem Sandstein, die als eines der größten Werke des deutschen Barock gilt. Beim Luftangriff auf Würzburg am 16. März 1945 blieb die bauliche Substanz erhalten. Die Inneneinrichtung verbrannte großenteils, doch sind noch einige her- vorragende Einzelwerke aus dem Mittelalter und aus der Barockzeit vorhanden. Im Lusamgärtlein hinter dem Neumünster befindet sich das Grabdenkmal von Walther von der Vogelweide. |
|
Kilian, Kolonat und Totnan, Kopien der Riemenschneider-Holzfiguren von Heinrich Schiestl in der Neumünster-Kirche, Würzburg |
Kilian, iroschottischer Abstammung kam 686 n. Chr. mit seinen Begleitern Kolonat und Totnan nach Würzburg, Er predigte und missionierte. Dabei bekehrte er auch den heidnischen Franken Herzog Gozbert und dessen gesamte Familie. Er brachte Gozbert sogar dazu, sich von seiner Gefährtin Gailana zu trennen, weil sie vorher mit Gozberts Bruder vermählt gewesen war. Diese heuerte aus Wut über die Trennung einen Mörder an und ließ den Bischof mitsamt seinen Gefährten ermorden (ca. 689). Ihre Leichen wurden mitsamt den heiligen Geräten und dem kostbaren Kiliani-Evangeliar verscharrt. 788 wurden seine Gebeine in Anwesenheit von Karl dem Großen in den als Grablege erbauten Dom in Würzburg überführt, dessen Nachfolgebau das heutige Neumünster mit dem Kilians-Grab ist. |
|
Marienkirche |
Christus und Jakobus in der Marienkirche. Christus trägt die Welt, Jakobus den Wanderstab |
|
|
Den Grundstein zur schönsten spätgotischen Hallenkirche Mainfrankens legte Bischof Gerhard von Schwarzburg im Jahr 1377. Chor und Langhaus waren um 1440 fertig gestellt, die neugotische Spitze krönt eine vergoldete Doppelmadonna vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Beim Luftangriff auf Würzburg am 16. März 1945 verbrannten der Dachstuhl und die Inneneinrichtung aus Holz. |
||
|
|
|
Besonders reich ist der bild- hauerische Schmuck der Fassade. Bemerkenswert sind die Bogenfelder der Portale aus dem frühen 15. Jahrhundert. 1493 wurden am Südportal die von Tilman Riemenschneider im Auftrag des Stadtrats geschaffenen Figuren von Adam und Eva aufgestellt. Aus Riemenschneiders Werkstatt stam- men auch die Plastiken an den Strebepfeilern. |
|
|
Marienkirche | |
. |
Kiliansdom Mein erster Eindruck vom Inneren des Doms hat mich sehr verwirrt. Die schlichte romanische Struktur das Langhauses passt so überhaupt nicht zu dem mit weissem Stuck reich verzierten barocken Chor In seiner heutigen Grundform und äußeren Erscheinung geht der Kiliansdom auf einen von Bischof Bruno (1034-1045) begonnenen Umbau zurück, der 1188 abgeschlossen war. Er ist mit einer Gesamtlänge von 105 Metern die viertgrößte romanische Kirche Deutschlands und ein Hauptwerk der deutschen Baukunst zur Zeit der salischen Kaiser. Der berühmte Barockarchitekt Balthasar Neumann baute 1718-1736 die Schönbornkapelle an das nördliche Querhaus an. Einschneidend waren Veränderungen im Kircheninnern: Auf die Wölbung von Langhaus und Querschiff zu Beginn des 17. Jahrhunderts folgte 1701-1705 die Stuckierung durch Pietro Magno im Stil des italienischen Hochbarock. Beim Luftangriff auf Würzburg 1945 brannte der Dom vollkommen aus; ein Jahr später stürzte das Langhaus ein. Der Wiederaufbau dauerte bis 1967; in Chor und Querhaus wurde der Stuck restauriert, während das Langhaus eine Flachdecke erhielt. Noch immer besitzt der Dom eine Fülle bedeutender Kunstwerke, darunter eine Dreikönigsgruppe aus dem 13. Jahrhundert und eine Renaissance-Kanzel. Besonders eindrucksvoll ist die 1190 einsetzende Folge der Bischofsgrabmäler. Unter der stattlichen Reihe befinden sich die von Tilman Riemenschneider gefertigten Meisterwerke mit Abbildern der Bischöfe Rudolf von Scherenberg (gest. 1495) und Lorenz von Bibra (gest. 1519). Südlich befindet sich der gotische Kreuzgang und Sepultur mit modernen Glasgemälden von G. Meistermann. |
|
|
Kreuzgang beim Kiliansdom |
|
Grabdenkmal des Fürstbischof Rudolph von Scherenberg. In dreijähriger Arbeit entstand Ende des 15. Jahrhunderts ein Meisterwerk gotischer Detail- freude, für die kein Geringerer als Tilman Riemenschneider bekannt ist. |
|
|
Die Marienfestung Ältester Teil der heute noch existierenden Anlage ist die um 1000 errichtete Rundkirche im inneren Burg- hof. 1253-1719 war die Festung Marienburg die Residenz der Würzburger Fürstbischöfe. Im 14. und 15. Jahrhundert mehrfach verstärkt, widerstand sie 1525 im Bauernkrieg dem gewaltigen Ansturm der Aufständischen. Im 30-jährigen Krieg wurde sie 1631 von den Schweden erobert. Nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrungen ließ Fürstbischof Johann Philipp von Schönborn (1642–1673) die Bauten mit den heute noch Respekt gebietenden Bastionen verstärken. 1945 brannte die Festung fast ganz aus, der Wiederaufbau dauerte bis 1990. |
|
|
|
Auf der alten Mainbrücke herrscht emsiges Treiben von fotografierenden Touristen aus allen Ländern. Unter all den Heiligen-Statuen (Totnan, Kilian, Colonat, Carolus Borromäus, die Bischöfe Bruno, Fridericus, und Burkhard, sowie Josef mit dem Jesuskind und Maria) hat mir als Nepomuk Fan, diese hier besonders gut gefallen. Sonst sind noch Karl der Grosse und sein Vater Pippin als Statuen vertreten. |
|
|
|
Der Frankenapostel Kilian auf der alten Mainbrücke. Im Hintergrund die Marienfestung. |
|
|
|
Blick von halber Höhe der Marienfestung auf Würzburg |
|
|
Brücke über den Main nach Ochsenfurt |
Mittelalterliche Häuser in Ochsenfurts Hauptstrasse in der Abenddämmerung |
|
Hauptstrasse mit Stadttor |
Rathaus |
|
Die mittelalterliche Stadtbefestigung ist teilweise noch erhalten. |
|
Übersicht Jakobsweg Leipzig-Konstanz |