Am 20. Dezember 1857 befahl Kaiser Franz Joseph I. die Stadtmauer und die Fortifikationen der Inneren Stadt sowie die Gräben aufzulassen und an dieser Stelle einen Boulevard zu bauen.
Die Wiener Ringstraße wurde 1865 eröffnet. Als zentraler städtebaulicher Planungsraum des 19. Jahrhunderts verbindet sie Architektur, Repräsentation und Verkehr. Entlang der Straße befinden sich zahlreiche monumentale Gebäude und öffentliche Einrichtungen, die den urbanen Charakter sowie die politische und kulturelle Bedeutung Wiens zur Zeit der Gründerzeit widerspiegeln.
Ruprechtskirche
Die Ruprechtskirche ist die älteste noch erhaltene Kirche Wiens. Die Gründung erfolgte im frühen 9. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1200.
Ihr heutiges Aussehen erhielt die Ruprechtskirche ab dem frühen 12. Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammen die unteren Turmgeschosse, das Langhaus und das heutige Hauptschiff. Die Apsis wurde im 13. Jahrhundert errichtet und das Seitenschiff im 14. Jahrhundert angebaut.
Palais Coburg
Das Palais Coburg ist ein 1845 fertiggestelltes, spätklassizistisches Stadtpalais und wurde auf der Braunbastei errichtet, die Teil der im 16. und 17. Jahrhundert geschaffenen und im 19. Jahrhundert geschleiften Basteien Wiens war.
Im Vordergrund eine kleiner Rest der Stadtmauer.
Stadtpark
Der Stadtpark, links der Wienfluss, rechts die Ringstrasse im Hintergrund der im Stil der Renaissance erbaute Kursalon Hübner
Im Stadtpark befinden sich mehrer Denkmäler von österreichischen Komponisten. Das von Johann Strauss ist das bekannteste und am meisten fotografierte.
Oper
Die Wiener Staatsoper wurde 1708 nächst dem Kärtnertor gegründet. Heute zählt sie zu den größten Opernhäuser im deutschsprachigen Raum und zu den bedeutendsten der Welt. Der im Stil der Neorenaissance gehaltene Bau wurde von 1861 bis 1869 durch Franz Joseph I. von August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll als k. k. Hofoperntheater errichtet.
Kunsthistorisches und Naturhistorisches Museum
Zwischen den beiden Museen steht das Denkmal der Kaiserin Maria Theresia
Das Kunsthistorische Museum und sein gegenüber liegendes, baugleiches Pendant, das Naturhistorische wurden im Auftrag Kaiser Franz Josephs I. von den Architekten Gottfried Semper und Carl von Hasenauer als Teil des unvollendet gebliebenen Kaiserforums erbaut (Rohbau 1871-1889, Eröffnung 1891).
Das Bild zeigt den Klimt Fries im Stiegenaufgang des Kunsthistorischen Museums.
Volksgarten
Der Volksgarten wurde 1821-1823 angelegt. Vom Heldenplatz führt ein Tor auf einen halbkreisförmigen Vorplatz mit einer Fontäne in der Mitte. Im Zentrum des Gartens errichtete Pietro Nobile 1820-1823 den Theseustempel. Dieser extra für die Theseusgruppe von Antonio Canova konzipierte Bau hatte den Charakter eines Siegesdenkmals über Napoleon I.
Sisi Denkmal im Volksgarten, im Hintergrund das Burgtheater.
Burgtor und Heldenplatz
Das von Triumphbögen inspirierte Tor wurde zur Erinnerung an die siegreiche Völkerschlacht bei Leipzig (1813) errichtet. Der Bau wurde 1821 von Luigi Cagnola begonnen (Grundsteinlegung 22. September 1821 in Anwesenheit von Kaiser Franz I.), 1824 von Pietro Nobile vollendet. Die Eröffnung erfolgte am 18. Oktober 1824, dem Jahrestag der Schlacht.
Der Heldenplatz gehört zur Hofburg. Der Name leitet sich von den beiden Reiterdenkmälern ab, die beide von Anton Dominik Fernkorn stammen. Bemerkenswert ist das Denkmal von Erzherzog Karl, da das Pferd im Aufspringen dargestellt ist und nur die beiden Hinterbeine den Sockel berühren.
Parlament
Das Parlamentsgebäude mit dem Pallas Athene Brunnen davor hat der Architekt Theophil von Hansens in Anlehnung an einen griechischen Tempel entworfen.
Rathaus
Das Wiener Rathaus, erbaut 1872-1883 in historistischen Bauformen nach Plänen und unter Leitung des k. k. Oberbaurats Friedrich Schmidt.
Burgtheater
Das Gebäude im Stil der Neorenaissance wurde von 1874 bis 1888 durch Franz Joseph I. als k. k. Hofburgtheater von Gottfried Semper und Karl von Hasenauer errichtet.
Der bekannte Wiener Maler Gustav Klimt schuf gemeinsam mit seinem Bruder Ernst Klimt und Franz Matsch von 1886 bis 1888 die Deckengemälde in den beiden Stiegenhäusern des Theaters.
Universität
Das Gebäude wurde von Heinrich von Ferstel im Stil der Neorenaissance nach dem Vorbild barocker Klosteranlagen entworfen und gilt als eines der Hauptwerke des strengen Historizismus. Eine Rampe führt zum Haupteingang, der durch eine Aula weiter zu einem zentralen Innenhof führt. Die Universität wurde 1884 von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet.
Mölker Bastei
Von der ehemaligen Mölker Bastei ist eigentlich nichts übrig. Das Ende der Mölker Bastei kam 1861, als im Rahmen der Schleifung der Wiener Stadtmauern und der Schaffung der Wiener Ringstraße an ihrer Stelle auch die Mölker Bastei zum Großteil fiel, inklusive der Häuser Nr. 2 bis 6, die sich auf der Kurtine zwischen Mölker Bastei und Elendbastei befunden hatten. Dabei wurde auch das kunsthistorisch wertvolle Palais Lubomirski zerstört. Der verbleibende Rest wurde 1870–1871 abgetragen und die heutige Straße gleichen Namens angelegt. Die eigentliche Mölker Bastei existiert heute also nicht mehr. Was wir sehen sind die in erhöhter Lage übrig gebliebenen Häuser, wie das Pasqualatihaus.
Votivkirche
Die Votivkirche im 9. Bezirk am Rooseveltplatz wurde ab 1856 zum Dank eines missglückten Attentats auf Kaiser Franz Joseph I. nach den Plänen von Heinrich Ferstel errichtet.
Börse
Das Gebäude der Börse wurde 1874-1877 von Theophil Hansen und Carl Tietz in klassizistischen Renaissanceformen erbaut.
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